Gerda Katharina Prantl hat an der Universität für Angewandte Kunst Wien Malerei & Mediale Kunst, Kunst & Kommunikative Praxis sowie Textil, Design & Styles studiert.
Ihre in den Raum tastenden, installativen Zeichnungen lassen sich als Kartographien fragmentierter, re-kombinierter, teils anamorphotischer Körper begreifen. Aus der Nähe betrachtete, ornamental-amorph anmutende Bewegungsmuster können – je nach im Raum eingenommener Perspektive – neue Lesesysteme wie etwa alphabetische Schriftzeichen oder Partituren ergeben. Bezeichnend für die Arbeitsweise der Künstlerin innerhalb der aktuellen Werkserien ist ein Oszillieren zwischen Literalität und Körperlichkeit. Körpernahe, oft auch traumartig anmutende, teils selbstverfasste Textfragmente, aber auch wissenschaftliche und literarische Textsorten in unterschiedlichen Sprachcodes fungieren als indexikalische cut-ups und Erinnerungsspuren.
Das optische Rauschen der Handzeichnungen geht Verbindungen auf einer Bildebene des Textflusses ein und wird so Teil der in Gang gesetzten Übersetzungs- und Übertragungsprozesse, in denen Mikro-, Meso- und Makrowelten aufeinander treffen.