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TETHYS Streams of Consciousness
Kunst & Literatur auf "Wasserlinie" zu Mythos, Wissenschaft und Auqatischer Ökologie Ausstellungsreihe & Workshops mit Cinthia Mitterhuber, Doroteya Petrova, Gerda Katharina Prantl & Michael Stavarič im Rahmen des WEIN/4‒Festivals 2026 mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union (LEADER).

Künstlerische Leitung: Gerda Katharina Prantl & Michael Stavarič
Ausstellungseröffnung & Abendlesung mit Michael Stavarič: Do, 25. 06. 2026, 19 h, Am Schloss 13, 2135 Kirchstetten/Neudorf im Weinviertel
Kunst-Workshop I Tiere im Tethys mit Doroteya Petrova & Gerda K. Prantl: 10. 07. 2026, 14:30 bis 17:00 h (6 – 12 Jahre)
Workshop II Treibende Erinnerungen – Streams of Consciousness mit Doroteya Petrova & Gerda K. Prantl: 11. 07. 2026, 14:30 bis 17:00 Uhr (ab 13 Jahren & Erwachsene)
Anmeldung Workshops: bibliothekwd@a1.net Finissage mit Projektpräsentation: Do, 16. 07. 2026, 19 h
(Eintritt und Workshops frei)
Fotocredit ©Elisabeth Jegel
Ausstellungsöffnungszeiten: Sa, 27. & So, 28. 06. 2026, 14 bis 18 h sowie im Zeitraum von Do, 02.07. bis So, 19.07. 2026, jeweils von Do bis So, 14 - 18 h, Am Schloss 13, 2135 Kirchstetten/Neudorf im Weinviertel.
Wie fühlt sich der Byssus einer Auster auf der Haut an? Wie riecht Meerwasser, wenn es verdampft?
In dem partizipativen Ausstellungsprojekt in einem Leerstandsobjekt nahe dem Schloss Kirchstetten im Weinviertel knüpfen die Künstlerinnen Cinthia Mitterhuber, Doroteya Petrova, Gerda Katharina Prantl und der Autor Michael Stavarič an das Bedeutungsspektrum des Elements Wasser im Urmeer Tethys – als Inbegriff für die Entstehung von Leben und dessen urgeschichtlicher Verknüpfung mit der Region – in den Medien Leseperformance, Malerei, Textprojektion und Raumzeichnung an. Michael Stavarič wird den Ausstellungsabend mit einer Lesung eröffnen, während der Ausstellungsdauer finden interaktive Workshops mit den Künstler/innen statt.
Organische Verbindungen von Algen und Mikroorganismen, die mit Wasser verdunsten, sorgen für einen eindringlich wahrgenommenen Meeresduft. Wasser hingegen ist geruchlos, weist keine Farbe und keinen besonderen Geschmack auf. Dennoch sind mit den ersten intensiven Berührungen mit Wasser tiefe Kindheitserinnerungen in uns verankert. Wasser als Gehege für Leben, als strömender Kommunikationskanal für alle möglichen Elemente, als Katalysator für unser Empfinden; Der Ausstellungsort soll mit solchen Erinnerungswellen geflutet werden: Das Publikum kann mit Exponaten und Texten in Dialog treten, indem es handschriftliche Gedankenzettel in Glasboxen wirft oder mit einer mechanischen Olympia-Schreibmaschine "Briefe ans Meer" auf dafür eingespannte Papierbögen tippt. Später werden diese Gedankenströme und "Sounds" zusammen mit Textmontagen der Künstler/innen in die Ausstellungsräume projiziert. Werkschau und „Textkörper“ formieren und transformieren sich auf diese Weise immer neu.
Das zum Schlossensemble gehörige, historische Schulgebäude fungiert als Schwellenort zwischen (kultureller) Erinnerung, Mythos und Wissenschaft. „Tethys – Streams of Consciousness“ zeigt als zentralen Ansatz der Ausstellungskonzeption ein synergetisches Zusammenspiel aus Literatur und künstlerischer Produktion, das auch wissenschaftliche Zugänge zu Fragen der Ökologisierung einbezieht. Neben der Trennung sowie Spezialisierung einzelner Disziplinen und Fachgebiete, setzte bereits im 19. Jahrhundert gleichzeitig eine „Ökologisierungs-Bewegung“ ein, bei der widerum künstlerische Zugänge eine vernetzende Rolle zwischen Natur und Kultur spielten. In „Tethys – Streams of Consciousness“ treffen Mensch und maritime Tier- bzw. Urwelt in vibrierenden Wechselbeziehungen aufeinander. Zeitlichkeit erstreckt sich zu makroökologisch ausgedehnten Mustern bis hin zu Arthybridisierungen und Polymorphismus, den man auch als mythologisches Motiv der Gestaltwandler, die mühelos zwischen dem Erscheinungsbild von Göttern, Menschen, Tieren, Pflanzen oder Elementen changieren können, kennt. Nicht zuletzt verweist der Titel der Ausstellung neben seinem Bezug zu dem prähistorischen Ozean zwischen den Superkontinenten Gondwana und Laurasia auch auf die Titanin und Göttin des Süßwassers und der Meere : "Tethys!"
(Text: Gerda Katharina Prantl)